Unterstützung statt Bedrohung: Wie KI das Gesundheitswesen verbessern kann

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Fest steht: Künstliche Intelligenz (KI) wird unser aller Leben verändern – und tut es schon. Weniger klar ist, in welcher Weise und in welchem Zeitrahmen diese Veränderungen passieren – und was am Ende dabei herauskommt. In vielen Bereichen gibt es wilde Spekulationen. Bei Life Sciences und im Gesundheitssektor lichtet sich jedoch gerade der Nebel. Zum Vorschein kommen fundierte Vorschläge, was man mit der Technologie realisieren könnte, und sogar schon konkrete Anwendungen. Das diesjährige Life Science Forum Basel beschäftigte sich genau mit diesen Fragen rund um den Einsatz von KI in Life Sciences und im Gesundheitswesen.

 KI in der Pflege und im Gesundheitswesen

Gesundheitswesen und Life Sciences sind geradezu prädestiniert, frühzeitig KI zu nutzen, denn Mitarbeiter sind häufig schon überlastet mit all den Aufgaben, die eine effektive Patientenversorgung sicherstellen. Tatsächlich gibt es gerade hier die Angst vor einer „Machtübernahme durch Roboter“ – sowohl aufseiten des Personals als auch der Patienten. Diese Angst könnte die Akzeptanz für und den Einsatz von KI verzögern.

Meiner Ansicht nach ist eine feindliche Übernahme jedoch keineswegs zu befürchten. Ganz im Gegenteil: KI und Experten können als Partner zusammenarbeiten.

Bessere Versorgung und mehr Zeit mit Patienten

KI im Gesundheitswesen

KI hat das Zeug dazu, die Pflege zu verbessern und die Kosten zu senken, indem sie bei der Diagnose unterstützt und die wirksamste Behandlung und Medikation für jeden einzelnen Patienten ermittelt.

#KI hat das Zeug dazu, die Pflege zu verbessern und die Kosten zu senken, indem sie bei der Diagnose unterstützt und die wirksamste Behandlung und Medikation für jeden einzelnen #Patienten ermittelt. Click To Tweet

Und sie kann einen Teil der zeitraubenden Aufgabe übernehmen, Daten zu durchforsten und nach Mustern zu suchen – und so Ärzten und Pflegepersonal mehr Zeit für die Patienten geben. Momentan agieren Mitarbeiter im Gesundheitswesen oft noch als „Information Manager“. Das heißt: Ein großer Teil ihrer Arbeit besteht darin, sich durch einen Wust an Informationen zu kämpfen – von Patienten, aus ihrem eigenen Wissensfundus oder in Form von Unmengen an elektronisch gespeicherten Daten – und diese auszuwerten, um schließlich anhand dieser Erkenntnisse Behandlungsempfehlungen zu geben. Und genau bei dieser Aufgabe können Algorithmen unterstützen.

Hyperpersonalisierte Patientenversorgung

Durch die Automatisierung von Aufgaben, die sonst von Menschen ausgeführt werden, kann das Gesundheitswesen wesentlich effizienter werden. Darüber hinaus hat KI das Potenzial, Aufgaben zu automatisieren, die wir (noch) nicht durchführen können, entweder aus Zeitmangel oder weil es uns an den Fähigkeiten mangelt.

Dazu gehört beispielsweise, Phänotypen durchzugehen und übergreifende Merkmale bei Patienten zu erkennen sowie diese mit Eigenschaften von Medikamenten abzustimmen. Kein Arzt hat die Zeit, sich durch Tausende von Krankenakten zu wühlen. KI kann das – und zwar in Höchstgeschwindigkeit. Die Technologie macht den Weg frei für super- oder hyperpersonalisierte Patientenversorgung, die die genetische Konstitution, Verhaltensweisen und Umgebung jedes Einzelnen berücksichtigt.

Wer die genannten Gedanken weiterspinnt, landet auch bei der Erkenntnis, dass der Patient einen Rundumservice braucht – und nicht nur eine Kombination von medizinischen Produkten. Und das ändert wiederum die Art und Weise, wie Patienten, Gesundheitsdienstleister und Technologieunternehmen miteinander umgehen. Sensoren und Biomarker können beispielsweise dabei helfen, physikalische Anzeichen und Symptome zu deuten und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Die wichtigsten Fragen in der Gesundheitsversorgung angehen

KI eröffnet zudem neue Möglichkeiten, Probleme in der öffentlichen Gesundheit anzugehen, wie zum Beispiel, den möglichen Ursachen für die Verbreitung einer Infektion auf den Grund zu gehen, indem man Daten zu Patientenbewegungen und Aktivitäten auswertet. Übergeordnet schafft KI die Voraussetzung, um elektronische Patientenakten – datenschutzkonform – nach jeder Art von Daten zu durchsuchen und dann die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um Einzelpersonen und Bevölkerungsgruppen besser zu versorgen – und zwar im Hinblick auf Effizienz ebenso wie auf Wirksamkeit.

Weniger kritisch, aber ebenso nützlich für Gesundheitsversorger und Pharmaunternehmen ist der Einsatz von KI, um die Gesundheit gesamtgesellschaftlich zu verbessern. Applikationen und digitale Gesundheitsplattformen wie dacadoo sollen Menschen dabei unterstützen, ihren Lebensstil zu optimieren – und damit ihren Gesundheitszustand und ihr Wohlbefinden. Marketingbotschaften und -kanäle können auf die Präferenzen des Einzelnen angepasst werden, so dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion erhöht. Keine Frage: Zivilisationskrankheiten, die mit einem ungesunden Lebensstil zusammenhängen, sind weit verbreitet – und unnötig. Findet man einen Weg, sie einzudämmen – beispielsweise mit KI –, lässt sich der Druck auf Gesundheitssysteme weltweit erheblich reduzieren.

Egal, ob Sie ein Data Scientist, ein Business Developer oder ein IT-Experte sind – die KI-getriebene Transformation fordert, dass sie mit den Möglichkeiten Schritt halten. Erleben Sie Innovation auf der SAS Analytics Experience  – dort erwarten Sie anregende Diskussionen mit echten Vordenkern, konkrete Anwendungsbeispiele sowie praxisorientierte Workshops.

Partnerschaft, Lernen und Fortschritt

Rund um den Globus setzen Regierungen, Forscher und Gesundheitsversorger alles daran, umfassende Probleme wie Zivilisationskrankheiten in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die Belastung der Gesundheitssysteme durch eine überalterte Bevölkerung zu minimieren. Das Zusammenspiel von KI, Gesundheitswesen und Life Sciences ist geeignet, bei der Lösung dieser Probleme einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Es wird nicht möglich sein, diese Probleme anzugehen, ohne beim Thema Patientenversorgung radikal umzudenken. Mit den bisherigen Ansätzen kommen wir nicht weiter. Nur mit modernen Technologien wie Machine Learning und KI sind wir in der Lage, die Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln.

Finden Sie das Thema spannend? Dann empfehle ich Ihnen diesen Artikel über ein Analytics-Start-up, das dem Gesundheitssektor bei der Optimierung von Patientenversorgung und finanzieller Performance hilft.

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About Author

Olivier Zaech

Olivier Zäch is a Senior Account Advisor for the Life Science Industry. His special focus is on making technology useful for business. He helps life science companies to get tangible value out of their technology investments. He joined SAS in 1997 as a presales consultant and then held several positions including presales manager, head of client management Switzerland, business development manager, account manager Swiss SMB market, product manager internet technology, academic program manager and knowledge management officer. Before joining SAS Olivier worked at the Computing Center University of Zurich responsible for new user services such as World Wide Web, Internet Services, and statistical software and connected data bases. Olivier holds an MA degree from University of Zurich in German linguistics and literature, Computer Science and Philosophy; an MBA with a focus on international management consulting from University of Applied Sciences Northwestern Switzerland (FHNW); a Certificate in Advanced Studies (CAS) in the Management of Biotech, Medtech & Pharma Ventures from EPFL and UNIL.

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