Gastbeitrag von Andreas Schulz (www.ingenieurversteher.de) - Mit Analytics zu intelligenten Daten

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Gastbeitrag von Andreas Schulz zum SAS IoT Forum München

Das IoT Forum von SAS, das am 21. Februar 2017 in München stattfand, war eine rundum gelungene Veranstaltung. Die „Ideenwerkstatt“ als Event-Location auf dem Fabrikgelände der alten Pfanni-Werke hätte die Brücke zum „Internet of Things (IoT)“ nicht besser bilden können. Die Agenda war mit vielen spannenden Themen besetzt, die von hervorragenden Sprechern kompetent und professionell vorgetragen wurden. Zahlreiche Live-Demos ermöglichten den praktischen Wissenstransfer und ließen Zeit zum Netzwerken mit interessanten Gesprächspartnern.

Spuren der Globalisierung

Die Globalisierung ist auch nicht an dem alten Traditionsunternehmen Pfanni vorbeigezogen und so musste Mitte der 1990er-Jahre die Produktion am Münchner Ostbahnhof stillgelegt werden. Wie bei vielen anderen Unternehmen wurde auch bei Pfanni die Produktion an andere Standorte verlagert, an denen zu geringeren Kosten produziert werden konnte. Die Globalisierung hat viele Gewinner – aber auch Verlierer hervorgebracht. So ist auch Pfanni ein Opfer der Globalisierung geworden, als sich die Lohn-Karawane auf den Weg in östliche Richtung gemacht hat.

Digitalisierung verändert

An dieser Stelle muss uns bewusst sein, dass das Internet und die fortschreitende Digitalisierung die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, bereits stark verändert haben. Der Wandel wird aber nochmals an Geschwindigkeit zunehmen. In den nächsten Jahren stehen wir vor tief greifenden Veränderungen, deren Auswirkungen mit denen der Einführung der Dampfmaschine vergleichbar sind. Das autonome Fahren und das Elektroauto verändern die Automobil-Industrie, der 3D-Druck revolutioniert die Produktion, Roboter dringen immer tiefer in die Fertigung vor und übernehmen zunehmend mechanische Arbeiten von Mitarbeitern, Drohnen wirbeln die Transport-Logistik durcheinander, und mit künstlicher Intelligenz sowie intelligenten Software-Algorithmen werden zukünftig Arbeitsabläufe automatisiert, die heute noch von Menschen ausgeführt werden.

Bits treffen Atome

Mit dem „Internet der Dinge“ werden nun Dinge im privaten und beruflichen Umfeld mit dem Internet verbunden. Einfach ausgedrückt werden nun die Bits mit den Atomen verbunden. Die Technologie ist dabei zunächst einfach. Ein Gerät hat einen oder mehrere Sensoren, die fortlaufend Daten über Zustände generieren. Die Daten werden in der Regel drahtlos an ein sich in der Cloud befindliches System geliefert, wo sie verarbeitet werden. Somit wird die reale Welt mit der virtuellen Welt verbunden. Genau diese Verbindung bietet völlig neue Möglichkeiten mit unterschiedlichen IoT-Szenarien wie beispielsweise in den Bereichen Automobil, Produktion, Handel, Logistik oder Gesundheit.

Wachstumspotenzial „Internet of Things“

Den Unternehmen in den unterschiedlichen Branchen sind in der Regel die Potenziale von IoT bekannt. Aber die Szenarien und deren Anwendung entwickeln sich gerade erst. Die Ziele von IoT aus Unternehmenssicht sind primär die Steigerung des Umsatzes und der Effizienz. Auf dem Weg dorthin gibt es aber noch Hürden zu überwinden.

Auf der einen Seite sind das aus technologischer Sicht die Integration in vorhandene Prozesse und die Interoperabilität mit anderen Anwendungen wie beispielsweise ERP und CRM. Auf der anderen Seite gibt es aus organisatorischer Sicht Herausforderungen, da neue Kompetenzen erforderlich sind, wie beispielsweise die des Data Scientist.

Analytics als Treiber

Die Daten von Geräten zu haben, ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Aber die reinen Daten sind zunächst wertlos. Die große Aufgabe ist dabei, die entstehenden Daten zu sammeln, zu verdichten und auszuwerten – und das Ganze idealerweise in Echtzeit. An dieser Stelle kommt dann Analytics zum Tragen. An dieser Stelle kann man erahnen, wie groß die Herausforderung ist, den gesamten Prozess vom „Sammeln, Analysieren und dem Umsetzen in Handlungen“ zu beherrschen.

Herausforderung „connected vehicle“

Der Showcase „IoT Truck“ von SAS demonstriert eindrucksvoll, in welche Richtung es gehen kann. Dabei werden im Fahrzeug alle Daten gesammelt und zur Weiterverarbeitung nicht in die Cloud gesendet. Die intelligente Verarbeitung der Daten wird direkt am Ort des Geschehens durchgeführt. Mit fortschrittlichen Streaming- und Analytics-Technologien wie dem „SAS Event Stream Processing“ ist man somit in der Lage, Daten zu sammeln und in Echtzeit auszuwerten.

Bestimmte Rahmenparameter werden nicht einfach nur überwacht, sondern es werden auch intelligente Zukunftsprognosen erstellt. Das Verfahren ist auch in der Lage, komplexe Problemstellungen zu untersuchen, entsprechende Anpassungen vorzunehmen oder einen Alarm auszulösen. Das Beispiel einer eventuell defekten Bremse oder ein sich abzeichnender und bevorstehender Motorschaden machen deutlich, wie kritisch der Faktor Zeit ist. Da das Netz nicht immer flächendeckend und performant vorhanden ist, müssen Entscheidungen somit direkt an der Quelle der Datenerfassung getroffen werden.

Nutzen als Schlüssel zum Erfolg

Bei allen IoT-Einsatzszenarien spielen Daten und im Anschluss die intelligente Auswertung die zentrale Rolle. Dabei stellen die Daten, deren Anwendung und Schutz gerade in Deutschland ein sensibles Thema dar. Viele Menschen und auch Unternehmen zögern oftmals, Daten bereitwillig zur Verfügung zu stellen. Das Thema wird sich in der Regel allerdings schnell lösen, wenn die Zielgruppe einen messbaren Nutzen und damit einen Mehrwert feststellen kann.

An dieser Stelle werden zukünftig wohl unterschiedlichste Angebote auf den Markt kommen. Denkbar wäre beispielsweise, dass Krankenkassen-Patienten oder Kfz-Versicherungsnehmer günstigere Konditionen erhalten, wenn Sie Ihre Daten bereitstellen. Laut einer SAS Studie von 2016 sind allerdings erst 26 % der Führerscheinbesitzer damit einverstanden, Daten an die Versicherung weiterzugeben. Dem stehen 73 % entgegen, die das grundsätzlich ablehnen oder keine Meinung haben (1 %).

Im Bereich e-Health sieht das Bild ähnlich aus. 29 % der Bundesbürger können sich vorstellen, Daten an die Krankenkasse weiterzugeben – 69 % können sich das nicht vorstellen oder haben keine Meinung (2 %). Das zeigt ein wenig, dass wir mit der „Verwendung von Daten“ noch ganz am Anfang stehen.

Profil Ingenieurversteher Blog

Der Ingenieurversteher Blog hat die Fokusthemen Industrie 4.0 und Digitalisierung. Im Bereich Industrie 4.0 stehen die Änderungen im Bereich mittelständischer Unternehmen und deren zukünftigen Herausforderungen im Blickpunkt. Dabei werden Themen wie BigData, intelligente Produkte und Automatisierung in der Fabrik der Zukunft beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitswelt. Die Digitalisierung beschreibt allgemein, wie sich unsere Gesellschaft verändert und welche Ziele die großen US-Unternehmen wie Google, Facebook, Apple und Amazon, aber auch TESLA verfolgen.

Weitere Informationen unter https://ingenieurversteher.de.

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Gastbeiträge

Wir laden regelmäßig externe Autoren zu einem Blogbeitrag ein oder führen Interviews mit externen Experten. Die Vorstellung der Autoren oder Interviewpartner erfolgt dann im jeweiligen Beitrag.

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