Bühne frei für KI und Machine Learning im Gesundheitswesen!

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Krankenversicherung und neue Technologien – geht das zusammen? Auf alle Fälle! Und das User-Group-Treffen „Analytik in der Krankenversicherung“, das kürzlich in Leipzig stattfand, hat es unter Beweis gestellt. Diese von den Gesundheitsforen Leipzig ausgerichtete Veranstaltung ist ein sehr informatives Forum, auf dem sich analytische Fachexperten aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) über die zeitgemäße Nutzung analytischer Verfahren zur Beantwortung geschäftlich relevanter Fragestellungen in der Krankenversicherung austauschen können.

Hier treffen sich Fachexperten mit analytischer Praxiserfahrung. Data Scientists aus den Krankenversicherungen stellen ihre Projekte selbst vor, diskutieren die dabei erzielten Erfolge, die angewendeten analytischen Verfahren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse mit den Teilnehmern. Besonders angenehm sind diese regelmäßigen halbjährlichen Treffen insbesondere dadurch, dass sich die meisten schon kennen. Daher gibt es einen sehr persönlichen, offenen Umgang miteinander, der zulässt, dass man auch mal über Misserfolge oder ungelöste Fragen diskutiert. Das Lernpotenzial ist dadurch ungeheuer groß.

Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen ist – ebenso wie in den meisten anderen Branchen – ein heißes Thema. Entsprechend lebhaft diskutierten auch die Teilnehmer des User-Group-Treffens darüber. Schließlich hat die noch relativ neue Technologie großes Potenzial und eröffnet ganz neue Möglichkeiten, bspw. in der Patientenversorgung. Andererseits gibt es auch hier große Ängste vor Personalabbau und dass Roboter die menschliche Interaktion ersetzen könnten.

Weniger mit Robotern, sondern mit Menschen hatte der nächste Diskussionspunkt der Veranstaltung zu tun: der Datenschutz. Dabei ging es um die ganze Palette an Aspekten – von rechtlichen Änderungen durch die DSGVO bis hin zur Blockchain-Technologie. An dieser Diskussion und vielen Beispielen zeigte sich, dass die aktuellen analytischen Verfahren in der Krankenversicherung bereits praktische Relevanz erlangt haben und die Versicherer daran arbeiten, diese zur Optimierung ihres operativen Geschäfts zu nutzen.

Besonders interessant und praxisnah fand ich dieses Mal die beiden Vorträge von der Barmer GEK „Quantitatives Text-Mining – Zahlen bitte“ und der Techniker Krankenkasse „Datengetriebenes Leistungsmanagement in der Versorgung“. Christoph Sievers von der Abteilung Unternehmenssteuerung bei der Barmer GEK hat an einem Beispiel aus der Nuklearmedizin Schritt für Schritt aufgezeigt, wie mit geeignetem Text Mining Dokumente voll automatisiert und proaktiv nach Risikofällen durchsucht werden können und – sind diese einmal identifiziert –, wahrscheinlich auftretenden Spät- oder Folgeschäden rechtzeitig entgegengewirkt werden kann.

Dr. Julian Körber, Data Scientist in der Abteilung Analytics&Insights bei der Techniker Krankenkasse, hat ein von ihm entwickeltes datengetriebenes Verfahren zur Verhinderung von Re-Hospitalisierung bestimmter Diagnosegruppen vorgestellt. Gezieltes Versorgungsmanagement der stark gefährdeten Patienten sorgt in diesem Fall dafür, dass diese einen erneuten stationären Aufenthalt umgehen.

Zwei hervorragende praxisnahe Beispiele für den enormen Nutzen, den der Einsatz von Analytics, KI- und Machine-Learning-Verfahren im Gesundheitswesen bringen kann. Und wir sind schon gespannt auf weitere Use Cases!

Zum Beispiel auf der diesjährigen SAS Analytics Experience in Mailand (22. bis 24. Oktober): Hier stellt unter anderem Dr. Daniel Vijlbrief vom University Medical Center Utrecht vor, wie Big Data Analytics eingesetzt wird, um die Sepsis-Entwicklung bei Frühgeborenen vorherzusagen.

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Rhett Scheel

Als Account Advisor Presales Insurance bei SAS DACH beschäftige ich mich seit ca. 15 Jahren mit analytischen Lösungen für Versicherungen. Insbesondere berate ich Kunden aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen und begleite die fachlichen Fragestellungen und geschäftlichen Herausforderungen dieser Branche intensiv. Die Krankenkassen müssen sich aufgrund des kontinuierlichen Kostendrucks, wechselnder politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Entwicklungen geschäftlich immer wieder anders ausrichten. Dies fordert ihnen ein hohes Maß an Flexibilität ab und eine Bereitschaft sich wieder und wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Dabei hilft ihnen eine sehr fortschrittliche technische Ausrichtung und eine hohe Affinität zur Nutzung moderner analytischer Verfahren. Das ist auch mein Thema. Diese Lösungen können z.B. dabei helfen Kosten zu sparen, die Versorgung zu verbessern, Betrug aufzudecken oder den Versicherten einen besseren Service zu bieten. Im Healthcare-Bereich gibt es heute noch enorme Verbesserungspotenziale in vielen Bereichen, die zum Nutzen Aller mit Hilfe von #Analytics gehoben werden können.

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