Wenn mehr als zwei Data-Science-Studenten zusammenkommen … Meetups als Plattform für Networking und Austausch

0

Meetup ist ein Online-Social-Networking-Service mit einem kleinen Unterschied zu Facebook, Instagram, LinkedIn & Co. Das Format ist dazu gedacht, Face-to-Face-Treffen zu interessanten Themen zu organisieren. Die Offline-Welt ist also ein elementarer Bestandteil.

Selbstorganisiert und thematisch vielfältig

DataViz Meetup HDGruppen gibt es zu fast jedem Thema: Bücherclubs, Socialising, R-Nutzer, Unternehmer oder künstliche Intelligenz (KI). Der Unterschied zu anderen Veranstaltungen ist, dass sie von den Teilnehmern selbst organisiert werden. Es gibt zwar ein Organisationsteam, aber wenn die Gruppe nicht mit den Rednern oder dem Event d’accord ist, wird niemand daran teilnehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Meetup-Gruppen mögen meiner Erfahrung nach keine Sales Pitches. Wer das dennoch versucht, wird durch Missachtung gestraft. Meetups in meinem Bereich – Analytics und Data Science – sind in der Regel interessante Tech-Talks. Wenn man hingeht, sollte man darauf vorbereitet sein, auch selbst über ein bestimmtes Thema reden zu können – und zwar so, dass es für die Zuhörer spannend ist.

Deshalb muss man noch lange kein Experte sein. Hauptsache, man interessiert sich für ein Thema und ist in der Lage, neue Ideen dazu zu diskutieren. Schließlich ist gerade Analytics ein so weites Feld, dass niemand von einem Redner erwarten würde, alles darüber zu wissen.

Eine andere Form von Jobbörse

Das Motto „kein Experte, aber interessiert“ macht Meetups zu perfekten Treffpunkt für Jobsuchende und Personalverantwortliche. Denn dort treffen sich alle auf Augenhöhe: Zwar gibt es Redner, aber Kernelement des Events ist eben der Austausch aller Teilnehmer.

Meetup

Nicole Tschauder auf dem DataViz Meetup in Frankfurt

Sicher kann ein Student sich auf der Corporate-Website über ein Unternehmen informieren und sich die Stellenbeschreibungen durchlesen. In der Regel ist es jedoch nicht möglich, mit Leuten zu sprechen, die in dem Unternehmen – und idealerweise noch in der Position, die einen interessiert – arbeiten. Daher ist es für Studenten schwierig, ein Gefühl dafür zu bekommen, was sie im Arbeitsalltag erwartet: Auf den ersten Blick aufregende Chancen stellen sich als technisch öde heraus, und dröge wirkende Unternehmen bieten tatsächlich innovative Herausforderungen.

Präsentationen in Meetups vermitteln einen wesentlich besseren Eindruck von der Realität. Ich war beispielsweise kürzlich in Frankfurt, wo eine Gruppe junger Data Scientists ganz offen über ihren Arbeitsalltag gesprochen hat. Hier konnten Zuhörer entscheiden, ob das Unternehmen beziehungsweise der Job tatsächlich für sie infrage kommt. Personalverantwortliche lernen Studenten kennen – und das ist heutzutage schließlich das A und O, denn freie Stellen werden kaum noch per Anzeige beworben. Am Rande des Meetups lassen sich dann sogar kurzfristige Joboptionen diskutieren.

Plattformen – anything goes

Rekrutierung ist jedoch nicht der einzige positive Aspekt der Meetups. Der Plattformfaktor ist nicht zu unterschätzen. Amazon hat gezeigt, welche Macht Plattformen haben: Das Unternehmen hat sich vom reinen Buchhändler zu einem gigantischen globalen Marktplatz entwickelt, der Verkäufer und Käufer für eine unglaublich breite Palette an Produkten versammelt. Das Besondere an Plattformen ist, dass sie von den Bedürfnissen der Nutzer bestimmt werden. Bezogen auf das Meetup heißt das: Jeder kann aus der Veranstaltung genau das mitnehmen, was für ihn wichtig ist.

Sie könnten zum Beispiel Meetups nutzen, um Partner für ein interessantes Projekt zu finden, oder von anderen über bestimmte Werkzeuge und Techniken lernen. Und bei so vielen Meetups, aus denen man wählen kann, gibt es immer eine weitere Chance neue Leute kennenzulernen, die Einstellungschancen zu verbessern oder sich schlicht inspirieren zu lassen.

Wie konkret so ein Meetup in der Praxis aussehen kann, darüber hat meine Kollegin Nicole Tschauder bereits gebloggt.

Share

About Author

Thomas Keil

Director Marketing

Dr. Thomas Keil is a specialist for the impact of technology on business models and on society in general. He covers topics like Digital transformation, Big Data, Artificial Intelligence & Ethics. Besides his work as Regional Marketing Director at SAS in Germany, Austria and Switzerland he regularly is invited to conferences, workshops and seminars. He serves as advisor to B2B marketing magazines and in program committees of AI-related conferences. Dr. Thomas Keil 2011 came to SAS. Previously, he worked for eight years for the software vendor zetVisions, most recently as Head of Marketing and Head of Channel Sales. Dr. Thomas Keil beschäftigt sich mit den Folgen des technologischen Wandels für Geschäftsmodelle und für gesellschaftliche Veränderungen. Dabei geht es ihm um Themen wie Digitale Transformation, Big Data, Künstliche Intellligenz und ethische Fragestellungen. Neben seiner Arbeit als Regional Marketing Director für SAS in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er regelmäßiger Gast auf Konferenzen, Workshops und Seminaren. Er ist Gutachter im Bereich Fachpublikationen im B2B-Marketing und agiert als Programm-Beirat für Konferenzen in seinem thematischen Umfeld. Dr. Thomas Keil kam 2011 zu SAS. Davor war er acht Jahre für den Softwarehersteller zetVisions tätig, zuletzt als Head of Marketing sowie Head of Channel Sales.

Related Posts

Back to Top