Auf und ab wie im Paternoster - aktuelle Trends in Samt und Seide von der KSFE in Krefeld

0

Auf der diesjährigen KSFE (Konferenz für SAS Anwender in Forschung und Entwicklung) gab es wieder viele überraschende Entdeckungen zu machen: Zunächst lernten die von außerhalb anreisten Teilnehmer, dass Krefeld die „Samt- und Seidenmetropole“ Deutschlands war. In ihrer Blütezeit vor dem Strukturwandel der Jahrtausendwende wurden dort 90 % aller in Deutschland gefertigten Krawatten produziert. Ein Relikt der goldenen Zeiten der Krefelder Seidenproduktion ist das 1932 von Mies van der Rohe entworfene Fabrikgebäude der ehemaligen Produktionsstätten Verseid AG, heute durch respektvollen Ausbau hergerichtet als „Mies van der Rohe Business Park“ mit stilvollen Büros, kreativen Gewerberäume, hellen Ateliers.

So hat auch die Gastgeberin der KSFE, die Hochschule Niederrhein, ihre Wurzeln in der textiltechnischen industriellen Revolution. 1851 nahm in Krefeld die „Provincial Gewerbeschule zu Crefeld“ ihren Betrieb auf, wurde später erweitert um die „Krefelder Höhere Webeschule“ und entwickelte sich zur „Preußischen Fachschule für Textilindustrie zu Crefeld“. Nach Vereinnahmung anderer Ausbildungsstätten gehört sie heute, mit ihren zehn Fachbereichen, 70 Studiengängen und 14000 Studierenden zur zweitgrößten Fachhochschule in Nordrhein Westfahlen.

Von den zehn Fachbereichen sind Maschinenbau und Gesundheitswesen besonders hervorzuheben: Maschinenbau, weil dadurch die KSFE-Teilnehmer in den wohl einzigartigen Genuss kamen, sich durch die Gebäudestockwerke mit einem historischen Paternoster zu bewegen, ja sogar trotz handkorrigierter Verbotsschilder „oben rum“ fahren konnten, um sich dabei im Sinne eines Habermas‘schen herrschaftsfreien Diskurs die an die Wände gekritzelten ketzerischen Kommentare der Studenten zu Gemüte zu führen. Gesundheitswesen, weil das Organisationsteam dieses Fachbereiches unter der Leitung von Frau Professor Maria Weyermann die gesamte Konferenz hervorragend ausgerichtet hatte. Sozialer Höhepunkt der Konferenz war der Gesellschaftsabend im 1910 vom Seidenfabrikanten Wilhelm Deuß gestifteten und im damals sehr beliebten Burgen- und Romantik-Stil erbauten Stadtwaldhaus.

In der Eröffnungsveranstaltung vermittelte der Universitätsrektor der Hochschule Niederrhein einen engagierten Eindruck – versprach er doch, sich den Taxifahrer persönlich vorzuknöpfen, der eine kleine Verzögerung der Konferenzeröffnung dadurch verursachte, dass er einem für die Konferenzeröffnung wichtigen Teilnehmer am Bahnhof glatt ins Gesicht log. „Wo wollen Sie hin? Hochschule Niederrhein, nein sowas hamwa hier nich“. Man merkte, in Krefeld und Umgebung werden Probleme noch hemdsärmelig mit Herz und Leidenschaft auf dem kurzen Dienstweg gelöst.

Aber auch die KSFE hat sich in diesem Sinne mal wieder als eine intensive Austauschplattform der SAS Praktiker und Programmierer erwiesen. Es gab lebhafte Diskussionen an den Poster, Ständen in den Foyers und nach den Vorträgen. Die schon legendäre „Tipps und Tricks Session“ ging teilweise über in hartnäckiges Nachfragen ganz im Sinne von: Dumme Fragen gibt es nicht, dumm ist nur, wer sich nicht traut zu fragen.

Die facettenreichen Vortragsinhalte der KSFE 2017 könnte man nach persönlichen Gusto in Aufwärts- und Abwärtstrends einordnen. Aber davon möchte ich lieber Abstand nehmen und warnend das Paternoster-Paradigma anführen: Denn, was links nach unten verschwindet kommt bald rechts wieder hoch und ist demnächst ganz oben. Ich möchte Sie daher anregen, sich selbst ein Bild von der KSFE zu machen, indem Sie die Vorträge im Ausarbeitungsband nachlesen, sich die Handouts herunterladen oder nächstes Jahr auf der KSFE 2018 in Mannheim einen Vortrag halten.

In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein produktives Jahr,

TobyText

 

Share

About Author

Toby Text

Principal Solutions Architect

Sie schauen gerade auf mein Profilbild und verstehen wahrscheinlich genau so wenig wie ich, nämlich gar nichts. Vermutlich sehen Sie wahrlos verstreute Pixel auf einem Quadrat. Einige davon bilden wenige offensichtliche Grundmuster, die aber auch nichts konkretes aussagen. Man hat nicht die geringste Idee über die Zusammenhänge der Pixel und den Gesamtinformationen des Bildes. So sieht die mühsame Realität des Alltages eines Data Scientist aus. Wie das menschliche Auge bei der Betrachtung des Bildes, so ist der Data Scientist ratlos und benötigt Hilfe, wenn sich die Berge an operativen Daten vor ihm anhäufen. Hätten Sie gedacht, dass Sie die Lösung zum Verständnis des obigen Bildes vielleicht sogar schon seit langem mit sich in Ihrer Tasche tragen, davon nur noch nicht wussten? Überlegen Sie mal kurz und probieren Sie es aus. Und so wie Sie mit Ihrer Intuition vielleicht eine praktikable Lösung gefunden haben, so hat ein Data Scientist im richtigen Moment den genialen Einfall und findet einen erleuchtenden methodischen Ansatz den er allerdings noch nie konkret angewendet hat, zu dessen Realisierung er nur noch in die Tasche greifen muss, um die passende Softwarefunktionalität für die Implementierung herauszuziehen. Über solche interessante Softwarefunktionalität für Ihre Projekte möchte ich Sie informieren in meinem Blog.

Related Posts

Back to Top