DSGVO: Digitalisierungs-Killer oder Wettbewerbsvorteil?

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Datenschutzgrundverordnung DSGVOLaut einer Dell-Studie zum Status der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) haben erst 3 Prozent der befragten Unternehmen einen Umsetzungsplan. Ich hatte in den letzten zwei Wochen auf den SAS Veranstaltungen zur DSGVO unter dem Titel „Abwarten kann teuer werden" die Gelegenheit, mir hierzu von knapp 100 Teilnehmern selbst einen Eindruck zu machen.

Im Grunde spiegeln sich auch im deutschen Markt die Aussagen der Dell-Studie wider. Trotzdem haben mich die drei folgenden Erkenntnisse sehr überrascht:

1. Hoher Aufklärungsbedarf auch bei großen Unternehmen

Die Unternehmen befinden sich in der Aufklärungs- und Analyse-Phase. Das Ausmaß der abzuleitenden Umsetzungsprojekte ist noch nicht klar. Nur einzelne Unternehmen haben bereits einen Plan für die Umsetzung. Der Vortrag von Arnd Böken, Rechtsanwalt bei GW Graf von Westfalen und Experte im Bitkom-Arbeitskreis zum Thema Datenschutz, hat eine lebhafte Diskussion angeregt. Hier zeigte sich insbesondere, dass die Kernthemen der DSGVO wie Rechenschaftspflichten, erhöhte Strafen oder Informationsrechte der Bürger bei Weitem – vor allem in der Auswirkung auf das Datenmanagement und die Prozesse – noch nicht verstanden sind. Herr Böken wurde weit über das Ende der Veranstaltungen von diversen Teilnehmern mit vertiefenden Fragen belagert.

2. Die DSGVO wird nicht strategisch gesehen

Viele der teilnehmenden Unternehmen treiben aktuell Digitalisierungsstrategien voran. Da es hier ja letztendlich darum geht, zunehmende Datenmengen – natürlich insbesondere von Personen – möglichst gewinnbringend zu nutzen, Stichwort Monetarisierung und Effizienzsteigerung, hat es mich sehr überrascht, dass kein Unternehmen das Thema Datenschutz als Chance für einen Wettbewerbsvorteil im Zuge der Digitalisierung auf der Agenda hat. Gerade hier liegt aber ein hohes Potenzial: Wenn mir meine Kunden in der Handhabung ihrer Daten vertrauen, werden sie mir auch die Zustimmung für deren Auswertung erteilen, sofern sie einen Nutzen darin erkennen.

3. Die DSGVO ist auf Vorstandsebene noch nicht angekommen

Möglicherweise bedingt aus dem vorherigen Punkt, haben erstaunlich viele Teilnehmer widergespiegelt, dass das Thema noch keine ausreichende Priorität und Vorstandssichtbarkeit besitzt. Insbesondere der Zusammenhang mit Themen der Digitalisierung wie Big Data Analytics oder auch regulatorischen Projekten wie BCBS239 oder IFRS9 wird (noch) nicht berücksichtigt.

Mit ausgewählten Zitaten möchte ich versuchen, meinen Eindruck von den Veranstaltungen widerzuspiegeln:

„Sehr aufschlussreiche Veranstaltung mit vielen tollen Hinweisen. Wir sind bei Weitem noch nicht so weit.“

„Mir war die Tragweite der neuen Verordnung nicht bewusst.“

„Sie haben mir die Augen geöffnet. Wir müssen das Thema im Zuge unserer Online-Strategie dringend mitdenken.“

„Wir waren der Meinung, dass wir in Deutschland mit dem bisherigen Bundesdatenschutzgesetz viele Teile der neuen Verordnung erfüllen. Die Lücke zur DSGVO ist deutlich größer, als ich gedacht habe."

„Wir werden ein zeitliches Problem in der Umsetzung bekommen. Das haben wir so noch nicht eingeplant und budgetiert."

„Die sog. Schatten-IT ist bei uns ein großes Problem. Mit der DSGVO müssen wir diesen Zustand nun dringend ändern."

Wenn auch Sie das Thema interessiert, nutzen Sie die weiteren Veranstaltungen in Zürich oder Wien. Gerne können Sie sich auch in unserem Webinar einen ersten Eindruck verschaffen.

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About Author

Andreas Gödde

Director Business Analytics

Andreas Gödde is specialist for strategies around Big Data Analytics, Digitalization and Internet of Things, helping organizations to get insights from data for business decisions. He leads the presales organization for Business Analytics of SAS in Germany, Austria and Switzerland. Andreas has a 25 years background in advising companies around Business Intelligence, Data Warehouse and Big Data concepts and projects. Andreas graduated in business informatics in Mannheim. He joined SAS in 1994 helping developing and growing the professional services organization in different management roles. In 2006 he moved to the presales organization building up teams for technical and strategic advisory for customers and for emerging technologies and trends like Big Data and the Internet of Things. Before joining SAS he worked for BASF in Ludwigshafen.

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